Tagesseminar: „Jeder Extremist ist Mist!?“

Über den Kampfbegriff „Extremismus“ und wie man damit umgehen kann

Workshop am 9.7.2021 von 12:00 – 17:00 Uhr

„Links“ und „Rechts“ werden im politischen Diskurs häufig als Spektrum verstanden. In diesem Bild gibt es dann logischerweise einen Punkt, bei dem sich die „gerade-so-Linken“ mit den „gerade-so-Rechten“ berühren: die sagenumwobene „Mitte“

Diese Mitte, die aus unerfindlichen Gründen seit 1945 vor allem das konservativ-bürgerliche Lager zu sein beansprucht, distanziert sich demonstrativ vom Nationalsozialismus (bzw. denen, die ihn wieder errichten wollen). Gleichzeitig bleibt man sich aber natürlich seinen antikommunistischen Wurzeln treu und verurteilt im gleichen Atemzug den linken „Extremismus“, der nicht nur den Anhänger Stalins und Maos, sondern auch Anarchist:innen und anderen Sozialist:innen gemacht wird.

Die Vorstellung, dass man es auch und gerade mit politischen Überzeugungen nicht zu weit treiben dürfe und eine „goldene Mitte“ zu finden wäre, dient also sowohl der Eigenwerbung, als auch der Diskreditierung der Konkurrenz. Wäre die Extremismusdoktrin aber nur ein Wahlkampftrick der Konservativen, könnte man es hierbei belassen.

Sie bildet aber auch die Arbeitsgrundlage der politischen Geheimpolizei der Bundesrepublik, dem „Verfassungsschutz“. Wie es dazu kam, dass eine solche Agentur zu einem selbstverständlichen Teil des politischen Lebens in Deutschland wurde, wie die Extremismusdoktrin theoretisch funktioniert und wie man sich ihr praktisch entgegenstellt, wollen wir in unserem Tagesseminar erarbeiten.

Der vorläufige Zeitplan lautet wie folgt:

  • 12 Uhr: Beginn und Einführungsvortrag
  • 12.30 Uhr: Literaturworkshop
  • 14 Uhr: Mittagspause
  • 15 Uhr: Debattenworkshop
  • 16.30 Uhr: Abschlussrunde
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